Nachdenklichwertiges

Einige Tage habe ich meinem Blog nichts mehr veröffentlicht. Nicht, weil mir nichts mehr einfiele, was ich für Berichtenswert erachte, sondern eher, weil ich noch immer an meiner Erkältung seit zehn Tage leide. Zwar ist der Schmerz beim Husten vergangen, aber der Husten selbst und meine Achillessehne zwickt bei jedem Schritt. Andere Schuhe kaufen, hat mir meine Physiotherapeutin empfohlen, was aber leichter zu empfehlen als zu kaufen ist. Schuhgröße 46 ist in Portugal noch immer ein Kindersarg und wer danach in einem Schuhgeschäft fragt, bekommt vereinzelte Angebote, die wohl eher nur die Größe 46 eingestanzt bekamen, aber real in eine kleinere Abteilung gehören und mit sehnenschonenden und heilendem Gang gänzlich unvereinbar sind. Solche körperlichen Malessen animieren nicht zum Ritt auf journalistisch-schriftstellerischen Pegasuss und die selbstkritische Frage hinterrücks: Interessiert es überhaupt jemanden, was ich tippsel?

Gut, es gibt täglich ca. einhundert Zugriffe auf den Blog, aber gibt es vielleicht ganz andere Themata , welche interessieren und die ich aufgreifen könnte? Da wären Sie, lieber Blog-User gefragt, gefordert und von mir animiert im Kommentarbereich weiter unten einfach Schlagwörter einzutragen, auf die ich vielleicht die Kompetenz habe, zu zu greifen. Sonst bleibt dieser Blog eine Wundertüte für Sie und kein Wunschkonzert für mich. Dafür erst einmal Danke Schön.

Etwas Amüsantes zwischendurch. Wir wissen alle, was wir erwarten, wenn eine Cola bestellen. Möchten Sie aber eine große Cola, versuchen Sie es nicht mit einer Super-Cola. Falls der Barkeeper Super-Cola zur Hand haben sollte, stellt er Ihnen einen Sekundenkleber auf die Theke und probiert hoffentlich seine Wirksamkeit nicht aus. Wenn eine Cola schon klebrig ist, dann darf eine Super-Cola nur extrem klebhaft sein, wenn Barkeeper/in extrem ….

Wo bekommt man in Portimao Super-Cola, Ladekabel, Oberhemden und Achillesfersenstützbandagen und Kartoffelschälmesser mit schwingendem Messer in einem Geschäft? Beim Chinesen und dessen möglicherweise chinesischem Schwager dritten Grades gegenüber, am Sonntagnachmittag um 17.00 Uhr. In ehemaligen Fabrikhallen, die ohne die Kaufleute aus Fern-Ost heute so aussähen wie ihre einstigen Besitzer, nämlich ruiniös. Sie bieten mit Ausnahme von Lebensmittel alles an, was man braucht und wofür ansonsten ein ganzes Stadtviertel an Spezialgeschäften des Handwerks aufgebaut werden müsste.

In Portimao versorgen zwei chinesischen Geschäfte nahe meiner Bushaltestelle die einheimische Bevölkerung. In Lissabon und Porto betreiben andere Familien aus dem einstigen Reich der Mitte Souvenirgeschäfte, bezahlen horrende Mieten in den Flanierpromenaden und keines der chinesischen Geschäfte musste während der Covid-19 Pandemie schließen. Die Tageszeitung Publico ermittelte, dass die Verkäufer sich ihren Arbeitsvertrag bei ihren Chefs monatlich erkaufen, um so nach fünf Jahren Arbeit in Portugal aus einem geduldeten Aufenthalt ein legales Aufenthaltsrecht zu erwirken. Der Verdacht, dass Verbrecherorganisationen sich hinter Souvenirläden verstecken, liegt laut Publico nahe. Ich bekam bei zwei Einkäufen über ca. 12 Euro nicht den ausgedruckten Kassenbon in die Einkaufstüte gelegt für einen möglichen Umtausch, sondern der Bon wurde gefaltet neben die Kasse gelegt, wie zur weiteren Bearbeitung. Nach Geschäftsschluss hieraus einen Storno zu machen, um Umsatzsteuer zu sparen und Gewinne zu entziehen, wäre ein Leichtes. Kein Finanzamtsmitarbeiter könnte eine Inventur zum Jahreswechsel bei diesem riesigen Angebotswulst von geschätzten hunderttausend Artikeln etwas überprüfen. In Lissabon scheint sich aber etwas zu bewegen, wobei die Kooperation zwischen Ausländerbehörde und Finanzministerium schwierig bleibt.

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