Danke Schön

Liebe Lieser,

liebe Freunde Portugals,

Seit einigen Tagen bereits haben Sie nichts Neues mehr von mir gelesen. Nicht weil ich faul war oder ich wüsste nichts mehr zu berichten, sondern weil ich mich körperlich einfach nicht mehr so fit fühle. Jeder Blog erfordert mit Themenauswahl, Recherche bis zur Freischaltung einen Zeitaufwand von ca. drei Stunden, unabhängig von der Länge. Dabei sind kurze Texte häufig zeitaufwändiger als längere Ausführungen. Da mir wegen einer Achillessehnenentzündung das Laufen zur schmerzhaften Last geworden ist, fällt mit die Entscheidung, heute den Blog zu schließen, um so leichter.

Gerne hätte ich noch über den bandenmäßigen Diebstahl von Korkeichenrinde, das Angebot in den Cannabis-Läden, über Wasserhunde und katastrophalen Folgen des Anbaus von Eukalyptusbäumen berichtet, aber ich muss diese Themata auf 2026 verschieben. Mein Vorhaben, jeden Tag einen Artikel zu schreiben, war sehr ambitioniert, wie ich bereits im Herbst in Charleville-Mésières (https://www.cmz-dlm-blog.revalenz.de) erlebt habe. Heute muss ich mich mit 50 % begnügen.

Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote aus der Suppenküche, in der viele US-Amerikaner:innen arbeiten. Eigentlich wird dort nicht über Politik gesprochen, wie auch nicht nach der Religionszugehörigkeit gefragt wird, aber der Anspruch Donald Trumps den Golf von Mexiko in den Golf von Amerika um zu benennen, stieß bei allen auf ein mitfühlendes Lächeln. Einig war man sich nur darüber, die atlantische Wasserfläche von Lissabon bis New York incl. des Golfes in den Golf von Portugal um zu taufen. Ich denke, dass nicht viele Republikaner in der Suppenküche mithelfen werden, denn diese Hilfe macht Amerika nicht groß.

Ach ja, ich habe es wieder genossen, in Euros zu bezahlen und nicht D-Mark in Escudos umwechseln zu müssen, in keiner Schlange die Passkontrolle abzuwarten habe und ständig Preise nach Wechselkursen falsch umrechnen zu lassen. Wer das liebt, es gibt noch viele Nicht-Euro-Länder und Nicht-EU-Staaten, aber bitte nicht am Sonntag dafür stimmen, dass wir politisch und wirtschaftlich um 23 bzw. 40 Jahre zurück geworfen werden.

Wer um Deutschland einen Zaun bauen möchte, die Grenze beträgt in ihrer Länge 4.000 km, und diese mit Grenzpolizisten bewachen will, einen Polizist pro Kilometer, benötigt, im Schichtdienst drei Polizisten plus eine Reserve für Urlaub, Krankheit und Weiterbildung. Man bezahlt für 16.000 Polizisten, die wir gar nicht anwerben können, außer man greift auf Immigranten zurück, die man aber trotz ihrer guten Sprachkenntnisse gar nicht haben will. Die Kosten für die Ausrüstung jedes Polizisten, sowie deren Pensionsansprüche schenke ich mir.

Übrigens sind Polizisten nicht von der Stange zu haben. Man rechnet bei einem Streifenpolizisten nach der zweijährigen Ausbildung mit sechs Jahren im Streifendienst, bis ein Polizist als erfahren eingestuft wird. Zudem müssen noch 4000 km Zäune gebaut werden, die in einfacher Ausführung wie zwischen Polen und Belarus eine Mio. Euro/km kosten, also vier Mrd. Euro für Deutschland. Wer so die Steuergelder verschwenden will, sollte keine Regierungsverantwortung übertragen bekommen.

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