Verschlossene Tür
Überpünktlich stand ich heute nach Mittag im Zugang zur Cozinha de Sopas in der Rua Dr. Afonso Costa, 27 in Portimao, um meinen Sprachunterricht beim Kochen einer warmen Suppe und Zusammenstellen von Esspaketen zu erhalten. Leider Fehlanzeige, unnötiges Warten, denn aus mir noch nicht bekannten Gründen blieb heute die Suppenküche geschlossen und damit die Suppe so kalt wie draußen das Wetter. Meine Befürchtung, es fehlt an ehrenamtlichen Mitarbeitern für den Sonntag Nachmittag und man ist glücklich, an den drei anderen Tagen die Lebensmittelpakete für die Familien zusammen stellen zu können.

Mein Glück im Unglück, gegen 18.00 Uhr, wenn die Lebensmittel auf dem Parkplatz vorm CFK verteilt werden sollten, regnete es in Strömen. Aber jene, die am Strand schlafen müssen, wären trotzdem wegen der paar Schlücke warmer Suppe gekommen. Und da wir sicherlich auch noch Matratzen mitgenommen hätte, wäre für einige mit einer Suppe und einer trockenen Matratze dieser kalte Januar-Sonntag noch ein schöner Sonntag geworden. Ich werde berichten, wenn ich Näheres weiß.

Zugang zur Suppenküche
Es ist kein schönes Ambiente, in welcher die Suppenküche ihre Heimat gefunden hat. Alte Häuser, die schon von außen mit dem abplatzenden Putz kein gehobenes Wohnniveau vermuten lassen, rechts ein vermülltes und mit Unkräutern zugewuchertes Ruinengrundstück, das von weiteren illegalen Müllabfuhren durch einen Bauzaun geschützt wird. Offensichtlich stand hier früher mal eine Fabrikhalle, von welcher der Abrissbagger nur den Schornstein stehen ließ, als Nistplatz für zwei Störche. Weil Bagger einen ebenso schlanken Hals wie Störche haben? Das Storchennest hängt so schief auf der Esse, als ob es den maroden Zustand der Umgebung bis in den Himmel widerspiegeln möchte. Stürzt es ab, wird niemand zu Schaden kommen, denn unten ist bereits alles ruiniert, und Jungstörche werden hier nicht aufgezogen. Zählt man in Portimao Storchennester auf Schornsteinen, ahnt man, wie viel Industrie es einst in dieser Hafenstadt gegeben hat. Es gibt Fotos, die kleine Kreuzfahrtschiffe auf der Mole vor der Mündung der Arade in den Atlantik zeigen, die einst bis Silves schiffbar war. Bereits die römischen Legionen nutzten den breiten Fluss zur Eroberung Cyneticums, wie dieser Teil Portugals genannt wurde.

Schiefhängendes Storchennest auf brüchigem Schornstein – Symbolik keiner Zukunft
