Cataplana

Man kann kein Land näher, aber auch besser kennen lernen, als über die ursprüngliche Küche – soweit rückverfolgbar. Mit der Algarve wird unweigerlich Cataplana verbunden. Das Wort bezieht sich nicht nur auf ein Gericht, sondern auch auf das spezielle Kochgeschirr, in welchem das Gericht Cataplana zubereitet wird. Dokumentiert ist das Kochgeschirr in historischen Dokumenten als es in eine brennende Glut gestellt und anschließend mit Sand zugedeckt wurde. Natürlich müssen Topf und Deckel sehr passgenau gehämmert werden und aufeinander verschließbar passen und Köche schwören auf eine Kupfer-Cataplana. So wird das Gericht schonend im Kochgeschirr gegart, was auch mehrere Stunden dauern kann. In Mitteleuropa findet man Pendants aus Ton im Römer-Topf. Das Geschirr soll bereits während der maurischen Herrschaft bis 1492 in Gebrauch gewesen sein.

„Cataplana“ weiterlesen

Suppenküche, oder …?

Heute, am Sonntag Mittag war endlich mein erster Arbeitseinsatz in der Suppenküche von Portimao. Mein „hinterlistiger“ Gedanke, der meinen Arbeitseinsatz trägt, ist, während der Arbeit mit den Kollegen ins Gespräch zu kommen und portugiesisch am laufenden Band zu lernen. Daher heute eine kleine Enttäuschung, dass um mich herum viele bezaubernde Frauen standen, aber die Umgangssprache war amerikanisches Englisch und kanadisches Französisch. Dazu war ich eigentlich nicht nach Portugal geflogen und vor einem Jahr war englisch nur die Krücke für jene, die kein portugiesisch sprachen. Trotzdem hat mir die knapp dreistündige Arbeit Freude bereitet und nächsten Sonntag geht es weiter.

„Suppenküche, oder …?“ weiterlesen

Erste Kontakte mit Portugal

Meine Mutter wartete am Sonntag zum Abendbrot immer mit einer kleinen Überraschung auf. Manchmal waren dies Ölsardinen in einer Dose, deren herausragende Lasche man durch den Schlitz eines angeklebten Metallstäbchens zog und so den Deckel aufrollte. Das gelang nicht immer ohne etwas Öl auf die Tischdecke tröpfeln zu lassen, aber damit musste man die nächste Woche leben. Viel faszinierender war für mich der Deckel mit Sardinen und dem Herstellungsort Olhao mit einer Tilde ~ über dem a. Das hätte ich jetzt auch gerne geschrieben, aber meine Tastatur weigert sich. Meine Eltern, keiner Fremdsprache mächtig, konnten mir nicht weiterhelfen, im Atlas für Heimatkunde war Olhao nicht zu finden und im Volkslexikon gab es diesen Ort mit dem unaussprechlichen Namen ebenfalls nicht.

„Erste Kontakte mit Portugal“ weiterlesen

Diogenes an der Algarve

Gestern hat es am dritten Tag ununterbrochen geregnet und der Sturm ließ die Regentropfen fast waagerecht gegen meine Verandatür klatschen. Kein Tag, nach draußen zu gehen, um für den Blog Reportagen zu suchen, sondern Zeit, Themata aufzunehmen, die am Frühstückstisch unter Deutschen debattiert werden. Gestiegene Immobilienpreise mit geplatzten Immobilienträume ist ein stetes Thema unter dem Motto „Hätten wir doch damals…“ Ich gebe zu, ich hatte sowohl in den Nuller-Jahren mit der Umstellung auf Euro, als auch kurz vor der Pandemie mit diesem Gedanken gespielt, aber letztendlich doch Abstand genommen und diese Entscheidung bis heute nicht bereut.

„Diogenes an der Algarve“ weiterlesen

Wirklich Rechtsbeistand?

Weil das Wetter heute wieder nicht zu einem Ausflug einlädt, nehme ich die Folgen unserer fünfstündigen Verspätung vor einer Woche zum Anlass einer sehr persönlichen Betrachtung. Zur Erinnerung: Es wurden fünf Personen, Nationalität mir nicht bekannt, wieder aus der Maschine geholt und das Boarding wiederholt. Wie uns vom Sicherheitsdienst vertraulich berichtet wurde, handelte es sich wohl um in Deutschland abgelehnte Asylbewerber, die ihr vermeintliches Glück nun in Portugal versuchen, oder alternativ illegal in den Orangenplantagen als Pflücker für einen Hungerlohn arbeitend untertauchen wollten. Wegen der Arbeitsstundenbegrenzungen des Bordpersonals verschob sich der Abflug um 5 Stunden, so dass wir nicht um 7.00 Uhr, sondern erst um 12.10 Uhr zur Startbahn rollten. Wir erhielten in der Zwischenzeit einen Verzehrgutschein in Höhe von 15,00 Euro, den wir an den benachbarten Snackbars einlösen konnten. Alles in allem kein großer Akt, mit Ausnahme, dass die Angestellte des schweizerischen Sicherheitsdienstes beim ersten Boarding wohl unaufmerksam war, und die fünf Asylbewerber hätte nicht durchlassen dürfen. Sie dürfte keinen guten Tag gehabt haben.

„Wirklich Rechtsbeistand?“ weiterlesen

Raindrops are falling

Der Regen hatte sich gestern Abend schon mit leichtem Niesel angekündigt, heute schüttete er sich über die Algarve aus. Darum keine Pläne, kein Museum, das am Montag geöffnet hat und deshalb viel Vokabellernen, bis der Kopf qualmte und am Nachmittag der Regen nach ließ. Warum gestern die Suppenküche geschlossen blieb, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Anna zeigte sich beim Abendessen erstaunt, vermutet, dass der Koch fehlt. Darum ein Blick auf mein Abendessen,

„Raindrops are falling“ weiterlesen

Verschlossene Tür

Überpünktlich stand ich heute nach Mittag im Zugang zur Cozinha de Sopas in der Rua Dr. Afonso Costa, 27 in Portimao, um meinen Sprachunterricht beim Kochen einer warmen Suppe und Zusammenstellen von Esspaketen zu erhalten. Leider Fehlanzeige, unnötiges Warten, denn aus mir noch nicht bekannten Gründen blieb heute die Suppenküche geschlossen und damit die Suppe so kalt wie draußen das Wetter. Meine Befürchtung, es fehlt an ehrenamtlichen Mitarbeitern für den Sonntag Nachmittag und man ist glücklich, an den drei anderen Tagen die Lebensmittelpakete für die Familien zusammen stellen zu können.

„Verschlossene Tür“ weiterlesen

Angekommen

Gestern war der Tag, an welchem sich mein inneres Barometer der neuen Umgebung angepasst hat, der dritte Tag. Ich kann mich zu nichts aufraffen, schlafe viel, weil ich mich einfach schlapp fühle. Egal, ob in den Bergen oder am Meer, es ist der dritte Tag, ich kenne ihn. Neuerdings kommt manchmal aus Altersgründen noch der vierte Tag dazu, mal schauen, wie es heute wird. Aber zur Hilfestellung für hilflose, reizende weibliche Hotelgäste reicht es noch. Sie, weder der englischen noch portugiesischen Sprache mächtig, wollte ihren Aufenthalt von Übernachtung mit Frühstück auf Halbpension umstellen und ich wurde um Dolmetscherdienste gebeten. Ich trug ihr Anliegen in meinem vermeintlichen Portugiesisch vor und es klappte an der Rezeption vorbildlich, als die junge Dame am Schalter meiner schutzbefohlenen Mitreisenden im guten Deutsch erklärte, es sei alles kein Problem.

„Angekommen“ weiterlesen

La Bandeira . Die Flagge

Wenn wir als Kinder in der Schule die deutsche Flagge zu zeichnen hatten, war das schnell erledigt: schwarz, rot, gelb, denn goldene Buntstifte gab es nicht. Als portugiesischer Schüler hätte ich meine Lehrerin zum Mond geschossen, denn das muss ein Mammutprojekt gewesen sein. Kompliziert wird die Flagge durch die Vereinigung einer grün-roten Flagge mit dem Wappenschild von Alfons III. im 13. Jahrhundert, dass sich bis 1910 immer wieder wandelte und letztendlich mit einem astronomischem Gerät, einer Armillarspähre unterlegt wurde.

„La Bandeira . Die Flagge“ weiterlesen

Anflug mit Hindernissen

Wenn einer eine Reise tut, dann …

Abflug in Düsseldorf, 7.00 Uhr, das heißt früh aufstehen. Leider hat mein privater Taxidienst kurzfristig die Fahrt zum Flughafen abgesagt und jetzt soll die Bundesbahn es richten. Bloß nicht den letzt möglichen Zug nehmen, denn falls der ausfällt, startet meine Eurowings-Maschine ohne mich. 2.35 Uhr Dülmen Bhf, nebelig, aber der Zug ist pünktlich. Der Tag beginnt glücklich, denn hätte ich in Sythen einsteigen wollen, wäre ich auf den nächsten Zug angewiesen. Laut meines Planes im Smartphon, der Anzeige im Zug und auch der Ansage, war der nächste Halt in Sythen. Aber es ist nebelig und der Lokomotivführer hört wohl auch nicht die Ansage und wer will schon um diese Uhrzeit in Sythen aus- und zusteigen, dachte sich der Herrscher der Gleise und brettert durch.

„Anflug mit Hindernissen“ weiterlesen